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San Rocco

Francesco di Girolamo da Santacroce (Venezia, 1516- 1584)

Francesco di Girolamo da Santacroce
(Venedig, 1516–1584)

Der Heilige Rochus

Öl auf Leinwand

126 x 68 cm.
Im Rahmen 137 x 80 cm.

D26-211 € 9.500 Informationen anfordern

Das Gemälde zeigt den Heiligen Rochus (auch als Gegenstück mit der Heiligen Agatha erhältlich), einen der am meisten verehrten Märtyrer der christlichen Tradition, in einem Werk, das Francesco da Santacroce (1516–1584) zugeschrieben wird, einem herausragenden Vertreter einer Malerdynastie, die ihren Namen von ihrem Herkunftsort in der Nähe von Bergamo erhielt und ab dem Ende des 15. Jahrhunderts nach Venedig übersiedelte.

Die von seinem Vater Girolamo gegründete Werkstatt war im Lagunengebiet erfolgreich tätig, wo sie vor allem Andachtsbilder, Altarbilder und Flügelaltäre schuf und sich durch die außergewöhnliche Fähigkeit auszeichnete, den Stil der großen Meister der Renaissance zu verinnerlichen und nachzubilden.

Insbesondere verschmelzen in ihren Gemälden die warme Farbgebung, das goldene Licht und die sanften Gesichtszüge, die für Giovanni Bellini charakteristisch sind, bei dem sowohl der Vater als auch Francesco Schüler und Mitarbeiter waren. Hinzu kommen die strengen, aber sanften kompositorischen Geometrien, die von Cima da Conegliano übernommen wurden, sowie die großzügigen Volumen und die atmosphärische Weichheit von Palma il Vecchio oder Lorenzo Lotto.

Eine Besonderheit ihrer Werke, die wir in dem hier vorgestellten Porträt wiederfinden und die sie bereits zu jener Zeit sehr gefragt machte, ist daher dieInspiration durch die Vorbilder der großen venezianischen Malerei, die jedoch stets in einer vereinfachten und zugänglichen Bildsprache umgesetzt wird: Die Figur unseres Heiligen Rochus wirkt in der Tat eher statisch, gefasst und monumental, bewahrt jedoch jene fromme Anmut des 15. Jahrhunderts, die bei der traditionelleren Kundschaft großen Anklang fand. Die Faltenwürfe der Gewänder, aus denen der weite, tiefrote Mantel hervorsticht, der den Körper umhüllt, sind schwer, klar und deutlich definiert und sollen der Figur eine starke physische Präsenz verleihen.

Das Werk ist nach präzisen ikonografischen und stilistischen Vorgaben strukturiert, wobei die Figur des Heiligen in voller Größe in einer frontalen und feierlichen Pose dargestellt wird, die stets den Vorbildern der venezianischen Renaissance entlehnt ist. Der junge Mann zeigt einen sanften und erhabenen Gesichtsausdruck, den Blick leicht zur Seite gerichtet, und sein Haupt ist von einem zarten, schmalen goldenen Heiligenschein umgeben.

Der Heilige wird gemäß seiner typischen Ikonografie als Pilger dargestellt, mit dem Symbol der Muschel, das an der Brust seines Mantels befestigt ist, dem Pilgerstab und dem breitkrempigen Wanderhut. Er gilt zudem als Schutzpatron gegen die Pest; aus diesem Grund hebt er mit der rechten Hand behutsam seine Tunika an, um die Pestwunde an seinem Oberschenkel zu zeigen – ein zentrales Element seiner Verehrung.

Ein typisches Merkmal ihres Stils, das sie der Schule Bellinis entlehnt haben, ist zudem die Anordnung der Heiligenfiguren vor einer Art Brüstung, die die Szene unterteilt; dahinter eröffnet sich ein goldener Himmel in warmen, dämmerungsartigen Farbtönen, bereichert durch sanfte weiße und graue Wolkenformationen, die dem Gemälde eine atmosphärische Weite verleihen.

Die Santacroce organisierten ihre Werkstatt wie ein regelrechtes Unternehmen, das darauf ausgerichtet war, eine Kundschaft der oberen Mittelklasse zu bedienen, die venezianische Qualität zu wettbewerbsfähigen Preisen suchte; aus diesem Grund war ihr Schaffen – das insbesondere „Heilige Gespräche“ mit Heiligenfiguren umfasste – umfangreich und vor allem für Kirchen in der venezianischen Provinz oder im Raum Bergamo bestimmt.
 Es wird daher angenommen, dass unser Werk ursprünglich das einzelne Feld eines komplexeren Altarbildes mit mehreren Flügeln war, das im Laufe der Zeit zerlegt und auf verschiedene Museen oder Sammlungen verteilt wurde.

Francesco da Santacroce, der stets unter der Leitung der Werkstatt stand und oft mit seinem Vater Girolamo (mit dem er häufig verwechselt wird) zusammenarbeitete, widmete einen Großteil seines Schaffens dieser Art von Werken: komplexen Altarbildern, die von zahlreichen Schutzheiligen bevölkert sind. Als Beispiele seien hier die „Madonna mit Kind auf dem Thron zwischen dem Heiligen Franz von Assisi, der Heiligen Katharina von Alexandrien, der Heiligen Klara und dem Heiligen Rochus“ (Abb. 1) aus der Accademia Carrara in Bergamo oder die „Madonna mit Kind zwischen dem Heiligen Hieronymus, der Heiligen Maria Magdalena und der Heiligen Katharina von Alexandrien“ (Abb. 2) sowie die „Heilige Familie mit dem Heiligen Hieronymus“ (Abb. 3), beide aus der Staatlichen Kunsthalle in Karlsruhe, Deutschland.

(Abb. 3)


WEITERE INFORMATIONEN:

Das Gemälde wird komplett mit einem ansprechenden Rahmen verkauft und ist mit einem Echtheitszertifikat sowie einer beschreibenden Bildbeschreibung ausgestattet.
Wir kümmern uns um den Transport der erworbenen Werke und organisieren diesen sowohl innerhalb Italiens als auch ins Ausland über professionelle und versicherte Spediteure.

Sollten Sie den Wunsch haben, dieses oder andere Werke persönlich zu besichtigen, würden wir uns freuen, Sie in unserer neuen Galerie in Riva del Garda, Viale Giuseppe Canella 18, begrüßen zu dürfen. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

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