Ritratto di gentiluomo
Anton Raphael Mengs (Aussig, 1728 - Roma, 1779) Bottega
Anton Raphael Mengs (Aussig, 1728 – Rom, 1779)
Werkstatt
Porträt eines Herrn
Öl auf Leinwand
135 x 99 cm.
Mit Rahmen 148 x 113 cm.
Herkunft: Arcadia-Auktion Rom, Palazzo Celsi, 29. März 2023 (als in Rom tätiger französischer Maler des 18. Jahrhunderts)
Das hier vorgestellte Porträt eines Herrn ist einem Maler der römischen Schule des 18. Jahrhunderts zuzuschreiben, genauer gesagt dem Umfeld von Anton Raphael Mengs (Aussig, 1728 – Rom, 1779).
Die Porträtmalerei erlebte im 18. Jahrhundert eine Blütezeit und wandelte sich von einem Genre zur Ehrung der Eliten zu einem Instrument der sozialen Selbstdarstellung für die aufstrebende Bourgeoisie. Rom, eine obligatorische Station der Grand Tour, wurde zum kosmopolitischen Zentrum, in dem internationale Künstler Adlige, Intellektuelle und Reisende verewigten.
In diesem Kontext ist Mengs der Protagonist des neoklassizistischen Wandels und bringt in die Porträtmalerei ein neues Streben nach Wahrheit und formaler Strenge ein.
Der Porträtierte ist ein junger Adliger, der auf einem roten Kissen sitzend dargestellt ist; er trägt eine voluminöse graue Lockenperücke, einem Erkennungszeichen des damaligen sozialen Status, und trägt einen Morgenmantel (oft als „Banyan“ bezeichnet) aus braunem Damastvelours mit blauen Aufschlägen über einem weiten weißen Hemd, was dem Werk einen intimeren und weniger feierlichen Charakter verleiht.
Er wendet sich dem Betrachter mit einem gefassten Ausdruck und einem durchdringenden, in sich gekehrten Blick zu.
Die Pose des männlichen Porträts mit einer Hand im Gewand, eine malerische Konvention des 18. und 19. Jahrhunderts, war ein Zeichen für eine gefasste Haltung, signalisierte aber vor allem Autorität, Selbstbeherrschung und Gelassenheit, inspiriert von den Verhaltenshandbüchern jener Zeit, wie etwa „männliche Kühnheit, gemildert durch Bescheidenheit“.
Es handelte sich in der Tat um eine Art, Selbstbeherrschung und damit auch Herrschaft über andere zum Ausdruck zu bringen, was für die Redekunst jener Zeit typisch war. Obwohl man annimmt, dass diese Pose eine Erfindung Napoleons sei (der Feldherr wurde oft mit der Geste der in der Weste versteckten Hand dargestellt), war sie in Wirklichkeit eine gängige Konvention, die bereits zuvor in vielen Porträts von Männern aus gutem Hause verwendet wurde.
Setzen wir die Analyse unseres Gemäldes fort: Auch die Vase mit Blumen (Pfingstrosen und andere Feldblumen) auf dem mit einer roten Tischdecke bedeckten Tisch, der den Blick auf einen mediterranen Garten freigibt, in dem sich architektonische Elemente erahnen lassen, sind gängige dekorative Elemente, um die Eleganz des Raumes und den Status zu unterstreichen.
Das Werk spiegelt in vollem Umfang den Geschmack des 18. Jahrhunderts wider, der von einer neuen Vision der neoklassizistischen Kunst geprägt war, welche auch die Porträtmalerei umfasste. Dabei wurde die überladene und redundante Ästhetik des Barock zugunsten einer Rückkehr zu den Prinzipien von Ausgewogenheit und Gelassenheit aufgegeben:
Mit diesen Prinzipien wurde Mengs bald berühmt und begehrt und rivalisierte mit dem älteren Pompeo Batoni (1708–1787) um die Rolle des führenden Malers der Hauptstadt.
Er zog 1741 nach Rom und wurde in kurzer Zeit zu einem außergewöhnlichen Porträtmaler, dem bestbezahlten und umkämpftesten in Italien und an den europäischen Höfen des späten 18. Jahrhunderts, sowie zu einem Anziehungspunkt für die wohlhabenden Reisenden der Grand Tour, die sein Atelier in der Via Sistina besuchen wollten, um bei ihm ein Porträt in Auftrag zu geben.
Die eben aufgeführten Merkmale würden die Verbindung zum Stil von Mengs bestätigen und es uns ermöglichen, das Werk einem Künstler aus seinem engen Kreis oder einem seiner zahlreichen bedeutenden Schüler zuzuschreiben, die er sowohl in Italien als auch in Spanien hatte, wo er für die jeweiligen Höfe tätig war.
Es ist schwierig, einen Namen mit Sicherheit zu benennen, auch wenn in Rom Anton von Maron (Wien, 1733 – Rom, 1808) einer seiner vielversprechendsten Schüler war, der einen Stil beibehielt, der dem seines Meisters nahekam.
Guter Erhaltungszustand, komplett mit antikem Rahmen.
WEITERE INFORMATIONEN:
Das Werk wird komplett mit Echtheitszertifikat und einer beschreibenden ikonografischen Karte verkauft.
Wir kümmern uns um den Transport der erworbenen Werke und organisieren diesen sowohl innerhalb Italiens als auch ins Ausland über professionelle und versicherte Spediteure.
Es ist auch möglich, das Gemälde in der Galerie in Riva del Garda zu besichtigen; wir würden uns freuen, Sie willkommen zu heißen und Ihnen unsere Sammlung von Werken zu zeigen.
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