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La regina Artemisia con amorino

Francesco Cairo (Milano 1607 - 1665) bottega di

Francesco Cairo (Mailand 1607 – 1665), Werkstatt von

Königin Artemisia mit Amoret

Öl auf Leinwand

129 x 109 cm
Gerahmt 143 x 125 cm.

Literaturhinweis: Francesco Cairo 1607–1665. – Ausstellungskatalog. – Verlag: Bramante Editore – Edizioni Lativa, Varese, 1983 (S. 241–249, Nr. 55, 63, 70, 110, 179, 183)

D26-193 € 15.800 Informationen anfordern

Die außergewöhnlichen Merkmale der Ausdruckskraft und Theatralik, die für die lombardische Barockmalerei des 17. Jahrhunderts typisch sind, kommen in diesem prächtigen Gemälde, das die griechische Herrscherin Artemisia II. von Karien, die hingebungsvolle Gattin und zugleich Schwester des Königs Mausolos (352 v. Chr.), darstellt, in ihrer ganzen Intensität zum Ausdruck.

Die antike Geschichtsschreibung berichtet, dass sie nach dem Tod ihres Gatten einige Jahre lang auffällig die Macht über das Königreich ausübte und ihrem Mann mit dem Bau des mythischen Mausoleums von Halikarnassos, einem der sieben Weltwunder der Antike, Ehre erwies. Dem Mythos zufolge beschloss die Königin, selbst zum menschlichen Grab des Verstorbenen zu werden, indem sie seine Asche in sich aufnahm, damit er in ihr weiterleben könne – als äußerste Geste der Liebe, eine Art Allegorie der ewigen ehelichen Liebe.

An ihrer Seite ist hier ein kleiner Amor dargestellt, der versucht, sie von ihren melancholischen Gedanken abzulenken.

Die junge Frau, äußerst faszinierend, beherrscht die Szene mit ihrer königlichen Gestalt; sie ist in königlichen Gewändern und mit königlichen Accessoires dargestellt, während sie ihren Blick direkt auf den Betrachter richtet und sich anschickt, die kostbare Urne und den Kelch zu umarmen, die zu ihren Erkennungsmerkmalen werden.

Dank dieser extremen Tat wurde die Heldin in der barocken Ikonografie als Vorbild für eheliche Treue und tugendhaftes Verhalten dargestellt: Artemisia reiht sich in den thematischen Strang der „exempla virtutis“ (Vorbilder moralischer und stoischer Tugend, zu denen auch andere weibliche Figuren wie Lucretia, Kleopatra oder Judith gehören) ein, in dem Frauen eine tragische und irdische Dimension verkörpern und sich von der klassischen und idealisierten akademischen Schönheit abheben.

In der Malerei des 17. Jahrhunderts werden zudem Geschichten über weiblichen Heldenmut zum Vorwand für die sinnliche Darstellung des Körpers, wodurch neben der moralischen Lesart, die das Thema bietet, auch eine erotische Interpretation angedeutet wird. Diese stets wunderschönen Frauen wurden oft in zweideutigen Posen dargestellt, wie es damals Mode war und die Auftraggeber begeisterte.

Dieses in der italienischen Barockmalerei beliebte Thema findet auf diesem Gemälde eine dramatische und zugleich intime Interpretation, umgesetzt mit der szenischen Meisterschaft eines Malers, der sich als „geschickter Regisseur des menschlichen Gefühlsdramas“ erweist.

Unser wunderschön gearbeitetes Gemälde greift die berühmte „Artemisia mit Amoret“ des Malers Francesco Cairo aus dem 17. Jahrhundert auf, die in der Pinacoteca Malaspina (Städtische Museen des Castello Visconteo in Pavia) aufbewahrt wird und aus der renommierten Mailänder Sammlung von Carlo Giuseppe di Firmian stammt.

Es gilt als die Originalfassung von Francesco Cairo (datierbar auf etwa 1648–1650), die später – auch mit Hilfe seiner Werkstatt – in zahlreichen Versionen nachgebildet wurde.

Wie im Katalog der dem Künstler Francesco Cairo gewidmeten Kunstausstellung (Francesco Cairo 1607–1665. Ausstellungskatalog. Verlag: Bramante Editore – Edizioni Lativa, Varese, 1983) aufgeführt, gibt es sechs Versionen, die sich durch kleine Abweichungen voneinander unterscheiden (S. 241–249, Nr. 55, 63, 70, 110, 179, 183), wie beispielsweise das Fehlen des Amors in Nr. 110 des Katalogs oder die größere Nr. 70, die dem „Probedruck“ des ursprünglichen Prototyps entsprechen dürfte, der im Atelier des Malers verblieben ist.

Das von uns vorgeschlagene Gemälde, das keiner der sechs oben genannten Versionen entspricht, ist eine weitere Variante des Sujets, die sich aufgrund der Qualität der Ausführung, der psychologischen Intensität und der Entstehungszeit unserer Meinung nach problemlos einem Künstler der Werkstatt zuordnen lässt, der den ursprünglichen Prototyp mit unerheblichen Abweichungen aufgegriffen hat.

Jedes Detail der Komposition spiegelt die Poetik Cairos wider, mit einem Stil, der venezianische und flämische Einflüsse vereint: Die Sinnlichkeit der Königin und die Pracht verweisen auf das barocke Genua von Rubens und Van Dyck, während der dichte und prägnante Pinselstrich an die Lehre von Tizian und Veronese erinnert, kombiniert mit der für das 17. Jahrhundert typischen caravaggesken Opulenz.

Francesco Cairo, auch bekannt als Cavalier Cairo (Mailand, 1607 – 1665), war ein bedeutender italienischer Maler des 17. Jahrhunderts, der unter dem Einfluss von Morazzone ausgebildet wurde und sich durch einen dramatischen Stil auszeichnete, der von Hell-Dunkel-Kontrasten und starkem Pathos geprägt war.

Insbesondere diese Komposition ist zweifellos eines der Meisterwerke seines Wandbildschaffens, mit jenem roten, gezackten und plastischen Faltenwurf, der die opulenten Formen der Frau umhüllt, der fast schon frechen Weite der Pose und dem zwinkernden Amorettenjungen.


WEITERE INFORMATIONEN:

Das Gemälde ist mit einem ansprechenden Rahmen versehen und wird mit einem Echtheitszertifikat sowie einer beschreibenden ikonografischen Karteikarte geliefert.

Wir kümmern uns um den Transport der erworbenen Werke und organisieren diesen sowohl innerhalb Italiens als auch ins Ausland über professionelle und versicherte Spediteure.

Sollten Sie den Wunsch haben, dieses oder andere Werke persönlich zu besichtigen, heißen wir Sie gerne in unserer neuen Galerie in Riva del Garda, Viale Giuseppe Canella 18, willkommen. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

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