Erminia tra i pastori
Stefano Magnasco (Genova, 1635 – 1673) Bottega
Stefano Magnasco
(Genua, 1635 – 1673)
Werkstatt
Erminia unter den Hirten
Öl auf Leinwand
97 x 122 cm
Im Rahmen 113 x 137 cm.
Das vorliegende Gemälde stellt die Episode „Erminia unter den Hirten“ dar, eines der berühmtesten Motive der Barockkunst, entnommen aus dem 7. Gesang des Epos „Gerusalemme liberata“ von Torquato Tasso (VII, 1–22).
In der genannten Passage wird die Prinzessin von Antiochia, Erminia, die heimlich in den christlichen Helden Tancredi verliebt ist, Zeugin, wie ihr Geliebter im Duell verwundet wird; von der Liebe getrieben legt sie die Rüstung der Kriegerin Clorinda, ihrer engsten Freundin, an, um ihn nachts aufzusuchen und zu versorgen.
Doch im christlichen Lager beleuchtet sie ein Mondstrahl, und da sie von den Wachen für die gefürchtete Clorinda gehalten wird, ist sie zu einer überstürzten Flucht gezwungen: So gelangt sie in ein Dorf am Ufer des Jordan, das von Hirten bewohnt wird, die fernab vom Krieg in einer idyllischen und friedlichen Atmosphäre leben, während ringsum der Krieg zwischen Christen und Muslimen tobt; dort bittet sie um vorübergehende Aufnahme in der vergeblichen Hoffnung, ihre unglückliche Liebe vergessen zu können.
Wir sehen sie hier in Begleitung eines alten Hirten dargestellt, der der Musik seiner drei Söhne lauscht; er vertraut ihr an, dass er in seiner Jugend lange Zeit am prunkvollen Hof von Memphis gelebt habe, diesen jedoch verlassen habe, um den Intrigen und der Korruption zu entfliehen, und Zuflucht in diesem armen, aber vollkommen friedlichen Leben gefunden habe.
Diese Passage ist eine der berühmtesten des Gedichts, da sie das Thema der pastoralen Idylle einführt: Der Alte erklärt ihr, wie das einfache Leben im Einklang mit der Natur und frei von Ambitionen ihn vor den Schrecken und den zerstörerischen Leidenschaften des Krieges schützt, der unweit von hier tobt.
Die Komposition basiert auf einer deutlichen visuellen und emotionalen Antithese, die der Struktur von Tassos Gedicht treu bleibt: Erminia trägt eine Rüstung mit einem prächtigen Helm, doch ihr Gesicht drückt keine Aggressivität aus, sondern eine königliche Anmut, die trotz der Verkleidung durchscheint.
Unser Gemälde interpretiert nämlich den Moment, in dem die junge Frau, fasziniert von dieser Lebensweise, beschließt, zu verweilen und den Weg des Friedens einzuschlagen, indem sie den Namen ihres Geliebten Tancredi und die Geschichte ihrer unglücklichen Liebe in die Rinde der Bäume ritzt.
Das Werk von ansprechender malerischer Qualität zeichnet sich durch einen lebendigen und leuchtenden Pinselstrich aus und fügt sich nahtlos in das genuesische Umfeld der Mitte des 17. Jahrhunderts ein: Es handelt sich genau genommen um ein Gemälde, das dem Barockmaler Stefano Magnasco (Genua, 1635 – 1674) oder einem Künstler aus seiner Werkstatt zugeschrieben wird, einem bedeutenden Vertreter der genuesischen Barockschule und Vater des berühmten Alessandro Magnasco (genannt „il Lissandrino“).
Deutlich beeinflusst von Meistern wie Valerio Castello, dessen Schüler er war, und Domenico Piola, zeichnen sich Magnascos Gemälde durch starke Hell-Dunkel-Kontraste, die theatralische Ausdruckskraft der Figuren und die farbliche Vielfalt der Gewandfalten aus: Die Verwendung von leuchtend roten Farbflächen, wie sie hier beispielsweise im Mantel zu sehen sind, der die Figur der Erminia umhüllt, war ein charakteristisches Stilmittel, mit dem der Maler seinen epischen Szenen Dramatik verlieh.
Insbesondere verdeutlicht das Gemälde perfekt die stilistischen Merkmale seiner Malerei, die, obwohl er in der Werkstatt von Castello ausgebildet wurde, stark von den flämischen Meistern geprägt ist, die in Genua gewirkt hatten; Seine fließenden und leuchtenden Pinselstriche verbinden nämlich die genuesische Tradition mit den theatralischen Kompositionen und der Farbwahl, die Rubens und Van Dyck in Genua eingeführt hatten.
WEITERE INFORMATIONEN:
Das Gemälde ist mit einem ansprechenden vergoldeten Rahmen versehen und wird mit einem Echtheitszertifikat sowie einer beschreibenden ikonografischen Karteikarte geliefert.
Wir kümmern uns um den Transport der erworbenen Kunstwerke und organisieren diesen sowohl innerhalb Italiens als auch ins Ausland über professionelle und versicherte Spediteure.
Sollten Sie den Wunsch haben, dieses oder andere Werke persönlich zu besichtigen, würden wir uns freuen, Sie in unserer neuen Galerie in Riva del Garda, Viale Giuseppe Canella 18, begrüßen zu dürfen. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!
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