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Allegoria dell’architettura

Theodoor van Thulden (Bois-Le-Duc, 1606 - 1669)

Theodoor van Thulden (Bois-Le-Duc, 1606 – 1669), zugeschrieben

Allegorie der Architektur

Öl auf Leinwand
127 x 97 cm
Im Rahmen 148 x 118 cm

Herkunft: Hampel München, 02.04.2020, Los 514, Schätzpreis: 12.000 € – 15.000 €

D26-221 13.500 Informationen anfordern

Das Gemälde gehört zur Tradition der sogenannten „gebildeten Allegorien“, einem in der Renaissance und im Barock weit verbreiteten Malstil, in dem abstrakte Konzepte durch menschliche Figuren – oft wunderschöne junge Frauen – verkörpert werden, die mit bestimmten ikonografischen Attributen dargestellt werden.

In unserem Fall dreht sich die Bedeutung der Komposition um die Würdigung der freien Künste und stellt insbesondere eine Allegorie der Architektur dar, eine der Kunstformen, die die Menschheit seit der Antike begleitet.

Es handelt sich um ein Gemälde des flämischen Meisters Theodoor van Thulden (1606–1669), der sich auf die Darstellung großformatiger allegorischer Kompositionen spezialisiert hatte – ein Genre, in dem er die Monumentalität und Ausdruckskraft, die er durch die Zusammenarbeit mit Peter Paul Rubens erlernt hatte, meisterhaft umsetzte.

Der Künstler hat das Sujet meisterhaft umgesetzt und der Architektur das Aussehen eines verführerischen Mädchens verliehen – klassisch und elegant, reich gekleidet in drapierte Gewänder, die an eine klassische Gottheit erinnern. Sie sitzt auf klassischen Stufen unter einer imposanten Säulenreihe und einem grünen Vorhang, während sie Messinstrumente in den Händen hält und einen gerahmten Entwurf präsentiert.

Jedes visuelle Detail ist darauf ausgerichtet, den Wert der Architektur zu würdigen – nicht nur als praktisches Handwerk, sondern als höchste intellektuelle Disziplin.

Die architektonischen Strukturen, die sie umgeben, insbesondere die Säulen (inspiriert von den Denkmälern der römischen und griechischen Antike), stehen für Solidität und Beständigkeit, während der massive Sockel die Praxis und die Grundlagen des Wissens verkörpert – das feste Fundament, auf dem der menschliche Erfindungsgeist ruht.

Zu ihren Füßen erscheinen zwei Amoretten, die neugierig zuschauen und Messinstrumente (Zirkel und Geodreieck) in den Händen halten; ihre Anwesenheit vervollständigt die Allegorie, indem sie die Geometrie und die Proportion verkörpern, und weist darauf hin, dass die Architektur auf präzisen mathematischen Regeln, auf rationaler Planung und auf dem Streben nach idealer Symmetrie beruht.

Ein symbolisch sehr interessantes Element ist der architektonische Entwurf mit der Fassadenansicht und dem Grundriss einer Palladio-Villa, den die Frau elegant präsentiert.

Während seines Aufenthalts in Italien studierte Rubens nämlich die venezianischen Paläste und Villen aus nächster Nähe und entwickelte dabei insbesondere eine tiefe Bewunderung für die Architektur von Andrea Palladio – ein Interesse, das er direkt an seinen Kreis von Mitarbeitern und Schülern weitergab, unter denen Theodoor van Thulden besonders hervorsticht.

Die architektonische Ordnung, die zudem das umfassendere Konzept der universellen Harmonie verkörpert, wird auf diese Weise in vollendeter Form zum Ausdruck gebracht: Die perfekte Symmetrie des Grundrisses – ein Quadrat mit einem Kreis im Zentrum – steht für die Harmonie des Kosmos, die sich in den menschlichen Proportionen widerspiegelt.

Von seinem Meister erbte Van Thulden auch den Einsatz des Lichts, eines visuellen Mittels, das die Allegorie unmittelbar erhellt und den Intellekt sowie das Wissen symbolisiert, die die Menschheit durch die freien Künste aus der Finsternis der Unwissenheit herausführen.

Wir können nun zum Vergleich im Rahmen des allegorischen Schaffens des Malers einige Werke erwähnen, die unserem Bild strukturell ähnlich sind. Dazu gehört die „Allegorie der Rückkehr des Friedens“ (Abb. 1 – 1657 – Noordbrabants Museum), die zwei weibliche Personifikationen in plastischen Posen darstellt, begleitet von Putten, und die mit unserem Werk die reichhaltige Farbpalette sowie die starken, an Rubens angelehnten Lichtkontraste gemeinsam hat. Auch in der „Allegorie der Gerechtigkeit und des Friedens“ (Abb. 2 – Museum für Kunst und Kultur, Münster) sehen wir eine feierliche Komposition, in der die abstrakten Konzepte der guten Regierungsführung und des Rechts durch klassizistische Posen und monumentale Elemente im Hintergrund vermenschlicht werden, ganz wie die Säulen unserer Architektur-Allegorie. Schließlich die „Allegorie der Stadt Antwerpen“ (Abb. 3 – Nationalmuseum der Schönen Künste, Valletta), in der eine reich gekleidete weibliche Figur auf einem Thron sitzt, um die Stadt zu verkörpern, und die dieselbe pyramidenförmige Anordnung aufweist, bei der das zentrale Hauptmotiv von ikonografischen Elementen umgeben ist.

Bei der Betrachtung dieser drei Werke lässt sich zudem die Entwicklung van Thuldens im Vergleich zu den Vorlagen seines Meisters Rubens erkennen: Allen Werken ist ein eleganter Klassizismus gemeinsam, in dem sich die Üppigkeit des flämischen Barocks in geordneteren, geometrischen und zutiefst intellektuellen Kompositionen auflöst.




WEITERE INFORMATIONEN:

Das Werk ist mit einem ansprechenden Rahmen versehen und wird mit einem Echtheitszertifikat sowie einer beschreibenden ikonografischen Karteikarte geliefert.

Wir kümmern uns um die Organisation des Transports der erworbenen Werke, sowohl innerhalb Italiens als auch ins Ausland, und nutzen hierfür professionelle und versicherte Transportunternehmen.

Es besteht auch die Möglichkeit, das Gemälde in unserer Galerie in Riva del Garda zu besichtigen; wir würden uns freuen, Sie willkommen zu heißen und Ihnen unsere Sammlung zu präsentieren.

Kontaktieren Sie uns unverbindlich für weitere Informationen.

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